Dr. Katharina Reschke

Psychologin (Master of Science)

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Ausbildung

Ich habe an der Universität Heidelberg Psychologie studiert (Bachelor und Master of Science). In meiner Doktorarbeit (summa cum laude) habe ich herausgefunden, dass Motivation neben Intelligenz eine wichtige Rolle für die Leistung von Schüler*innen spielt. Als Wissenschaftlerin reise ich zu weltweiten Konferenzen und war bereits auch an anderen Universitäten für einen Forschungsaufenthalt tätig (z. B. University of California, Irvine). Durch das Margarete von Wrangell-Stipendium (Förderprogramm in Baden-Württemberg für Frauen auf dem Weg zur Professur) habe ich die großartige Möglichkeit erhalten, an meiner Habilitation zu arbeiten.

Meine aktuelle Forschung widmet sich verschiedenen Ursachen von Geschlechtsunterschieden im schulischen Kontext. Ich gehe z. B. der Frage nach, warum Mädchen ihre Leistung (die sich nicht von denen der Jungen unterscheidet) in Mathematik oder naturwissenschaftlichen Fächern unterschätzen und sich somit weniger zutrauen und ein geringeres Interesse für diese Fächer entwickeln. Dafür bin ich an das Institut für Bildungswissenschaft an der Universität Heidelberg angegliedert.

Aktuell führe ich zwei große Forschungsprojekte durch. Das Projekt „UP2ME“ ist eine Längsschnittstudie und begleitet Schüler*innen von der 8. bis zur 10. Klassenstufe. Dabei liegt der Fokus neben den Selbsteinschätzungen der Schüler*innen auf den Fremdeinschätzungen und Überzeugungen wichtiger Bezugspersonen (Lehrkräfte, Eltern und Peers). Im Zuge dessen führe ich auch Coachings mit Schüler*innen durch und berate sie hinsichtlich ihrer beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten (Berufswahl und Laufbahnplanung). Ebenso berate ich die teilnehmenden Schulen, was sie aus den Forschungsbefunden für ihre Schulentwicklung lernen können.

Das Projekt „Virtual Classroom Reality (VCR)“ nimmt angehende und berufstätige Lehrpersonen in den Blick und untersucht mithilfe von VR-Brillen, inwiefern Einschätzungen von Lehrpersonen von verschiedenen Faktoren (z. B. Geschlechterstereotype, Motivation der Schüler*innen) beeinflusst werden. Erfahren Sie gerne mehr über meine Forschung (siehe Publikationen).

Schwerpunkt

Meine wichtigsten Kompetenzen liegen auf dem Gebiet der Pädagogischen Psychologie und empirischen Bildungsforschung. Einen besonderen Fokus lege ich auf vielversprechende Einflussfaktoren für Schul- und Bildungserfolg, wie beispielsweise Intelligenz und Motivation. Deren Bedeutsamkeit konnte ich in einer eigenen metaanalytischen Studie herausstellen.

Darüber hinaus verfüge ich über langjährige Lehrerfahrung an deutschen Universitäten und Hochschulen. Ich hielt beispielsweise über mehrere Semester hinweg die Einführungsvorlesung „Pädagogische Psychologie“ an der Universität Heidelberg. In dieser werden Themen rund um die Optimierung von Lehr- und Lernprozessen behandelt. Es werden Faktoren vorgestellt, die Lernen und Leistung von Schüler*innen vorhersagen. Ebenso werden individuelle Besonderheiten besprochen, die das Lernen beeinträchtigen können (z. B. LRS und ADHS). Auch auf Trainingsprogramme wird eingegangen, die Kinder und Jugendliche auf ihrem Weg durch die Schule bestmöglich unterstützen sollen (z. B. Training zur Motivationsförderung oder Training zur Steigerung der allgemeinen kognitiven Leistungsfähigkeit bzw. Intelligenz).

In speziellen Seminaren vermittele ich den Studierenden Kompetenzen im Bereich der psychologischen Diagnostik. Die Studierenden erlernen, wie sie verschiedene Testverfahren (z. B. Intelligenztests) durchführen und wie sie die Ergebnisse interpretieren können. Darüber hinaus biete ich Seminare zur Rolle der Motivation im Schulkontext an. Die Studierenden lernen verschiedene motivationale Aspekte kennen (z. B. intrinsische Motivation, Fähigkeitsselbstkonzept) und erfahren, wie Motivation bei Schüler*innen gemessen werden kann. Am spannendsten ist sicherlich die Frage danach, wie Motivation im Schulalltag gefördert werden kann. In diesem Kontext stelle ich den Studierenden bereits vorhandene und erprobte Trainings vor, lasse die Studierenden aber auch kreativ werden und eigene Workshops entwickeln.

Vision

Ich bin davon überzeugt, dass psychologische Expertise für das Gelingen von Schule und Bildung unverzichtbar ist. Folgende Punkte halte ich dabei für besonders wichtig:

(1) Kinder und Jugendliche sollten ihre eigenen Talente und Begabungen sowie Stärken und Interessen kennen. Sie sollten diese einsetzen, um wichtige Entscheidungen (z. B. Kurswahl, Berufswahl) zu treffen, damit sie ihre Potenziale voll entfalten können.

(2) Kinder und Jugendliche sollten Spaß am Lernen haben und gerne in die Schule gehen. Das bedeutet auch, dass es wichtig ist, in der Lage zu sein, sich selbst motivieren zu können, selbst wenn eine Lerneinheit auf den ersten Blick wenig interessant scheint.

(3) Kinder und Jugendliche sollten glauben, dass Fähigkeiten grundlegend veränderbar sind und dass sich Anstrengung lohnt, denn so können sie auch langfristig erfolgreich sein.

(4) Kinder und Jugendliche sollten Kompetenzen im Bereich des selbstregulierten Lernens besitzen. Das bedeutet, dass sie in der Lage sind, ihren eigenen Lernprozess zu organisieren, geeignete Lernstrategien anzuwenden und das Lernergebnis motivationsförderlich zu bewerten.

(5) Kinder und Jugendliche sollten die Schule möglichst frei von Ängsten besuchen können. Dabei ist es unter anderem wichtig, die eigene Leistung nicht ausschließlich mit denen der Mitschüler*innen zu vergleichen, sondern sich auf den eigenen Lernfortschritt zu konzentrieren.

Mit TALENT SAFARI möchte ich Kinder und Jugendliche auf ihrem Weg durch die Schule und darüber hinaus bestmöglich unterstützen. Mit Erkenntnissen aus psychologischer Forschung und Praxis im Gepäck möchte ich die Talente und Ressourcen aufspüren und herausfinden, in welchen Bereichen noch Verbesserungsbedarf besteht. Im nächsten Schritt können die Kinder und Jugendlichen mit gezielten psychologischen Trainings wichtige Kompetenzen (vgl. Punkte 1 bis 5) erwerben. Somit kann Schule der Ausgangspunkt für Lebenserfolg werden.